„Du kennst Vinnie?“

Marco blickte von Tony, der die Frage gestellt hatte, zu Vinnie, einem schmalen Kerl mit Wieselgesicht.

„Sicher.“ sagte er. „Ich kenne Vinnie.“

Tony nickte zufrieden. Ein großer Mann mit dickem Bauch und Knollennase, gefährlichen Augen und einem grausamen Zug um den Mund. Seit sein Onkel Salvatore die Geschäfte an ihn übergeben hatte, war Tony Oberhaupt der Familie. Wer ihn sah, wusste warum.

„Habt ihr beiden nicht mal zusammen ein Ding gedreht?“

Marco nickte. „Vinnie ist ein guter Fahrer.“

„Vinnie ist ein guter Fahrer.“ wiederholte Tony nachdenklich.

Vinnie stand zwischen ihnen und wirkte sehr unglücklich. In sich zusammengesackt, das Gesicht gesenkt, nur hin und wieder einen Blick auf die beiden Männer stehlend, die über ihn sprachen, als sei er nicht im Raum.

„Weiß, wann er Gas geben muss, und wann man besser nicht auffällt.“ fügte Marco hinzu.

„Ah.“ sagte Tony, als erkläre das alles. Er strich sich mit der Hand über die Bartstoppeln.

„Warum fragst du?“

Tony machte eine gleichgültige Geste, dann wies er auf einen Sessel, in dem Marco Platz nahm.

„Grappa?“

„Grappa.“

Tony nahm zwei Wassergläser, füllte sie zu einem Viertel mit Grappa und reichte Marco eines.

„Salut.“

Sie stießen an und leerten den Trester in einem Zug. Vinnie stand neben ihnen und beobachtete sie furchtsam. Marco wusste, was es bedeutete, nicht mit dem Don zu trinken.

[...]