Als er die Tür öffnete war es längst zu spät. In wenigen Minuten würden sie kommen, um den „Boss“ zu warnen, aber dann hatte er getan, weswegen er gekommen war.

Der Mann hinter dem großen Schreibtisch sah auf, als er das dunkle Büro betrat und die Tür sanft hinter sich schloss. Ein großer, kräftiger Mann mit breiten Schultern und mächtigem Bauch, mit einem groben, pockennarbigen Gesicht in dem eine breite Nase über den wulstigen Lippen thronte, überschattet von buschigen, durch und durch ergrauten Augenbrauen. Die kleinen, dunklen Augen erinnerten an Schweineaugen. Ihr Blick war durchdringend und stechend. Ein hässlicher, grausamer Mann, den er nur als „Boss“ kannte.

Der „Boss“ erhob sich aus seinem Stuhl.

„Der Bomber.“ sagte er mit tiefer, brummiger Stimme. Voll aufgerichtet war er massiv wie ein Bär, und trotz seiner mehr als 60 Jahre war er kräftig und beweglich. Er schüchterte andere durch seine bloße Anwesenheit ein. „Hans, der Bomber. Was machst du hier, Junge?“

Hans reagierte nicht auf den gereizten Ton. Er baute sich stumm auf der anderen Seite des Schreibtisches auf und fixierte den alten Mann. Mit 1,96 m und 115 kg trainierten Muskeln war er selbst eine beeindruckende Erscheinung.

„Du siehst schlimm aus, Junge.“ brummte der „Boss“ und betrachtete ihn aufmerksam. Die Schrammen und Blutergüsse, die noch von dem Unfall herrührten; das blaue, fast schwarze, Auge; der Verband um seinen Kopf. Sein Blick wanderte weiter über die Blutspritzer auf seiner Brust, hinab zu der Pistole mit Perlmuttgriff in seiner rechten Hand.

„Das ist doch die Knarre von Emil.“ sagte er. Sein Blick war wachsam, aber noch war keine Angst darin zu erkennen. „Hat er sie dir freiwillig gegeben?“ Ätzender Spott in der Stimme.

„Er braucht sie nicht mehr.“ antwortete Hans. Seine Stimme war rau. Er hatte Schwierigkeiten, die Worte zu formen. Schmerzen benebelten sein Gehirn, und er wurde schwächer. Er verlor Blut durch die Wunde in seinem rechten Bein.

„Was willst du damit?“

„Dich umlegen!“ Hans hob den Arm und richtete die Waffe auf den Kopf des alten Mannes.

„Du kommst hier nicht mehr raus, Bomber.“ sagte der leise, bedrohlich. „Wenn du jetzt abdrückst, sind meine Leute hier, bevor du durchatmen kannst. Lass uns reden.“

„Es gibt nichts zu reden.“ antwortete Hans dumpf.

[...]